Konstruktion der Baureihe 101 – Deutsche Bahn AG
Drehstromlokomotiven für den Hochgeschwindigkeitsverkehr

Der Lokkasten entstand in traditioneller Stahlbauweise mit dem aus U-Profilen geschweißten Rahmen und den aus senkrechten Säulenprofilen mit einem oberen Hohlprofil und aufgeschweißten Bekleidungsblechen gestalteten Seitenwänden. Das Dach ist über die ganze Breite einschließlich der inder Schräge liegenden Lüftergitter in drei Teilen abnehmbar. Die Aufbauten wurden bei den ersten drei Maschinen noch mit dem orientroten Lack versehen, während die nachfolgenden Triebfahrzeuge im nun gültigen Farbschema in verkehrsrot lackiert worden sind. Allen Fahrzeugen ziert frontseitig ein weißer Kontrastbalken, der durch das DB-Emblem unterbrochen ist. Dach und unterer Teil des Lokkastens wurden in Basaltgrau gehalten, während das Fahrwerk schwarz lackiert wurde.

Die beiden zweiachsigen Drehgestelle mit einem Achsstand von 2.650 mm sind eine Weiterentwicklung der im ICE-1 verwendeten Flexifloat-Drehgestelle mit geringen ungefederten Massen zur schonung des Gleiskörpers.
Der Drehstrom-Asynchron-Fahrmotor jeder Achse ist mit dem Getriebe als kompakte Baueinheit verbunden, welchen man auch als »integrierter Gesamtantrieb« nennt.
Anstelle von Drehzapfen werden die im mechanischen Teil einen rechteckigen Kastenprofilrahmen darstellenden Drehgestelle durch eine tiefliegende Zug-Druck-Stange am Lokrahmen geführt.

Die Geschwindigkeitsmessung durch Radargeräte sorgt in Verbindung mit der elektronischen Schlupf- ind Gleitregelung für einen optimalen Kraftschluß zwischen Rad und Schiene. Als erste Serien-Lokomotiven der DB besitzen die 101 ein Scheibenbremssystem mit jeweils zwei geteilten, innenbelüfteten Bremsscheiben je Radsatz. Eine Rückspeisung der Bremsenergie ins Bahnnetz mittels Nutzbremse ist für die Drehstromlokomotive obligatorisch.

Unter dem Führerstand 1 liegende Stromabnehmer vom Typ Dornier DSA 350 SEK befindet sich in einer Hochspannungszelle der Vakuum-Hauptschalter. Die weiteren Dachausrüstungen bestehen nur aus Druckluftanschlüssen und den Durchführungsendverschlüssen der Hochspannungskabel.
Der mit einem biologisch abbaubaren Polyol-Ester gekühlten Transformator verfügt für jeden der vier Fahrmotoren über eine eigene Sekundärwicklung mit Vierquadranten-Steller, Gleichspannungszwischenkreis und Drestrom-Puls-Wechselrichter, so dass bei Ausfall eines Stromrichters immer noch 75% der Leistung verfügbar ist.

Die Fahr- und Bremssteuerung geschieht weitgehend entsprechend dem ICE-1 durch das von der damaligen Fa. ABB Henschel entwickeltem Leitsystem MICAS-S mit einem 16-Bit-Rechner. Hieran angeschlossen sind das weiterentwickelte Diagnosesystem »DAVID« für die Werkstätten sowie die Farbdisplays für den Triebfahrzeugführer.

Die Lokomotiven der Baureihe 101 verfügen über Mehrfach- und Wendezugsteuerungssysteme ZDS, ZWS und ZMS, über Linienzugbeeinflussung LZB 80, sowie über Sifa und Indusi herkömmlicher Art. Die Lokomotiven 101 140 bis 145 verfügen darüber hinaus das europäische, satellitengestüzte Ortungssysten ECTS.





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