Bahnbetriebswerk Berlin-Gesundbrunnen
Zeittafel:  Bauliche Anlagen – Bezeichnungen – Beheimatungen

01.01.1872  

Inbetriebnahme des Bahnhofs Gesundbrunnen und der Betriebswerkstätte mit einem 6-ständigen Ringlokschuppen, einer vorgelagerten Drehscheibe, allen erforderlichen Nebenanlagen und einen eigenen Brunnen zur Wasserversorgung am östlichen Ausgang der ebenfalls neuerrichteten Station Gesundbrunnen

1890   Beginn der Umbauarbeiten zur Beseitigung der ebenerdigen Streckenführungen der Stettiner- und Nordbahn im Berliner Stadtgebiet, sowie der Bahnhöfe Gesundbrunnen und Stettiner Bf
     
    Triebfahrzeugbestand vom 01.07.1894
G3   996, 1150-1153, 1239, 1240, 1246, 1254, 1293, 1294 und 1345
P2   157, 351-353
S1   219 und 220
     
Herbst 1895   Beginn des Ausbaus der Werkstättenanlagen:
Bau eines 23-ständigen Ringlokschuppens in Fachwerkklinkerbauweise, einer Wasserstation und weiteren Nebenanlagen südlich neben der Behmstraße
1898   Inbetriebnahme der neuen Betriebswerkstätte
20.03.1922   Mit ministerieller Verfügung werden anstelle der Bezeichnungen Betriebswerkmeisterei (Bwm) und Wagenwerkmeisterei (Wwm) die Bezeichnungen Bahnbetriebswerk (Bw) bzw. Bahnbetriebswagenwerk (Bww) eingeführt
bis 1932   Erweiterung der Stände des großen Halbrundschuppens um vier, Vergrößerung der Drehscheibe am großen Schuppen auf ø 23 m und die des kleinen an der Nordbahn gelegenen inzwischen 10-ständigen Schuppens auf ø 20 m
bis Mitte
1940
  Betreuung von Lokomotiven zweier Direktionen – zum einen die Vorort- und Rangierlokomotiven der RBD Berlin undzum anderen die Reisezuglokomotiven der RBD Stettin
     
    Triebfahrzeugbestand der Rbd Berlin vom 30.01.1931
74   023, 046, 071, 089, 096, 135 und 311
74   980, 1013, 1036, 1074, 1085, 1086, 1089, 1103, 1126 und 1180
89   7422 und 7449
     
    Triebfahrzeugbestand der Rbd Stettin vom 30.01.1931
17   1046, 1078, 1085, 1099, 1100, 1111, 1112,1207 und 1208
38   2028, 2349, 2415, 2417, 2420, 2423, 2881, 2882, 2889, 3236, 3242, 3243, 3301, 3302, 3304, 3305, 3310, 3465, 3480, 3482, 3485, 3489, 3493 und 3570
     
1935   Ausmusterung und Verkauf der 89 7422
07.02.1938   Erstmalige Beheimatung von Einheitslokomotiven:
89 007 vom Bw Tempelhof Vbf
009 und 010 direkt ab Henschel-Werk in Kassel
06.1938   Abgabe der preuß.T3, 89 7449 an das Bw Seddin
16.02.1940  

Beheimatung des ersten "Bubikopfes" in Gsr – 64 480 fabrikneu von O&K, 64 481 bis 484 in den darauffolgenden Wochen

bis 1940  

Erhöhung der 1t-Bekohlungsdrehkräne auf sieben Stück und Errichtung eines Schlackenaufzugs

bis 02.1943   Abgabe der "Bubiköpfe" an das Bw Berlin Lehrter Bf letzte am 07.02.1943 mit 64 482
ab 1943   Betreuung von VT 135 der Bauart "Mylius" für die Bespannung zum Luftwaffenstützpunkt Rechlin
Ende 1943   Wechsel der 38 2349, 2415, 3301, 3302, 3304, 3365, 3480, 3493, 3570 und 4044 von der RBD Stettin zur RBD Berlin, die zuvor hier schon beheimatet waren
18.03.1945   Schwere Angriffe alliierter Luftstreitkräfte - schwere Schäden am Bahnhof Gesundbrunnen und an den Anlagen des Bahnbetriebswerkes
Mitte 1945   Einrichtung der Lok-Kolonne 6 für die Bespannung von Reparationsgüter in die Sowjetunion nach Brest-Litowsk
11.1945   Übernahme der Leitung des Bw durch einen Oberstleutnant der sowjet. Eisenbahntruppen,
Wiederherstellung der Bw-Anlagen nur im geringen Umfange
     
    Triebfahrzeugbestand der Kolonne 6 vom 03.1947
50   1448, 1614, 1660, 2145, 2149, 2585, 2641, 2875, 2876, 2962, 3008, 3014, und 3145
52   469, 578, 724, 1325, 1445, 2481, 2526, 2715, 2857, 3872, 4878, 4998, 5313, 5374, 6374, 6404 und 7438
     
30.10.1946   Erstmalige Führung der Kb 4108 in Gsr in der Kartei des Technischen Zentralamts (TZA) in Berlin
01.04.1947   Führung der Kö 0165 (vom Raw Dessau) in Gsr in der Kartei des TZA in Berlin
09.1947   Beheimatung der Einzelgängers "72 001" – ex Lok 5 der Eutin-Lübecker-Eisenbahn (ELE) – und Einsatz im Rangierdienst
     
    Triebfahrzeugbestand vom 05.1949
38   1523, 2156, 2698, 3465, 4009
52   474
64   372
71   369
74   1008
     
04.1948   Geplante Verlegung der Lok-Kolonne 6 einschl. Personal und Stab innerhalb von nur zwei Tagen nach Senftenberg – vier Tage später erfolgt der Widerruf
08.05.1948   Übernahme der Koe 4743 aus Magdeburg
1949   Zusammenlegung der Wagenabteilung mit der des Bw Pankow zum Bww Berlin-Pankow
12.05.1949   Nach der Berlin-Blockade ist das Bw Gsr wie alles anderen Westberliner Bw nur noch für untergeordnete Dienste verantwortlich
01.09.1949   Verlegung der Lok-Kolonne 6 mit 29 Lokomotiven nach Pasewalk
     
    Triebfahrzeugbestand Ende Mai 1952
38   2156, 2880, 3457 und 3465
64   036, 165, 173, 175, 189, 197, 321, 406, 412, 462, 477, 478 und 490
74   483, 818, 1074, 1088, 1106, 1167 und 1249
93   125, 361 und 395
     
1951   Schließung des Bahnhofs Gesundbrunnen für den Fernverkehr
22.07.1952   Umsetzung sämtlicher Lokomotiven an die ostberliner Bahnbetriebswerke,
anschließend Schließung der Dienststelle
     
1956/1957   Abbruch des großen Rundschuppens
01.1962   Abbruch des markanten Wasserturmes – anschließend jahrzehntelanger "Dornröschenschlaf"
     
    Am 15.07.1992 wurde von der Deutschen Bahn AG, dem Senat von Berlin und der Bundesrepublik Deutschland beschlossen, das Gelände um den Bahnhof Gesundbrunnen zum Bestandteil des sog. Pilzkonzeptes auszubauen. Seit dem 28.05.2006 ist der Bahnhof Gesundbrunnen ein wichtiger Bestandteil für den Fern- und Regionalverkehr Richtung Norden
     
   
Gleisplan um 1900 Gleisplan 1932
     
     
Gsb   bahnamtliches Bezeichnungskürzel des Stettiner Bw-Teils 1925
Gsr   bahnamtliches Bezeichnungskürzel des Berliner Bw-Teils 1925 / 1932
Gsr   letztes bahnamtliches Bezeichnungskürzel 1939


  Bahnbetriebswerke Rbd Berlin Quellenangaben