Beschreibung der Baureihe 103 – ehem. E03 DB
Elektrolokomotiven für den schnellen TEE und EC/IC-Dienst


Für die Beförderung von TEE- und F-Zügen wird die Baureihe E 03 in Gemeinschaftsarbeit des BZA München und der Firmen Henschel und SSW entwickelt. Die damaligen Versuchsfahrten mit den umgebauten E 10 299 und E 10 300 hatten ergeben, dass für Geschwindigkeiten um 200 km/h nur eine sechsachsige Lok in Frage kommt. So entstehen 1964/65 die vier Prototypen E 03 001-004. Diese bewähren sich sehr gut, so dass ab 1970 die Serienlieferung – als Baureihe 1031 bezeichnet – beginnt. Am 8.September 1970 wird mit der 103 109 die erste Serienmaschine in Dienst gestellt. Die Serie unterscheidet sich äußerlich von den Prototypen durch eine zweite Reihe von Lüftergittern an jeder Seite. Die letzten 30 Maschinen (ab 103 216) wurden mit einem vergrößerten Führerstand ausgeliefert.

1971 beginnt der planmäßige IC-Verkehr mit 200 km/h. Nachdem 1979 die zweite Klasse in den IC-Zügen eingeführt wurde, müssen bis zu 14 Wagen befördert werden. Die Leistungsgrenze war damit erreicht. Trotz der hohen Belastung und der langen Umläufe versehen die Maschinen zuverlässig ihren Dienst. Weiteres: Zwischen 1971 und 1979 wird die Höchstgeschwindigkeit auf 160 km/h beschränkt. Erst mit Wiederaufnahme der Ausrüstung von Strecken mit LZB kann wieder mit Tempo 200 gefahren werden. Die Serienloks der Baureihe 103 sind in Frankfurt/M und Hamburg beheimatet. Für Versuchsfahrten dienen die 103 001 und 103 222. Sie sind als 750 001 und 750 003 bezeichnet. Die 750 003 hat das von der Serie abweichende Getriebe der 103 118 erhalten, welches für 280 km/h modifiziert ist. 1991 erhält 103 101 die Lufthansa-Farben. 1995 erhält 103 220 die Touristikzug-Lackierung. Ab Ende 1997 werden nur noch die Maschinen der fünften Bauserie (ab 103 216) unterhalten. Vereinzelt kommt es zu Abstellungen. Die Baureihe 101 drängt die 103 langsam aus ihren angestammten Leistungen. Sie sind zwar noch immer vor IC- und EC-Zügen zu beobachten, haben aber auch IR-Züge zu befördern. 103 222 ist seit einigen Jahren unter "750 003" für das FTZ der DB AG tätig. Letzte Hauptuntersuchung war am 26.02.1998, so dass sie bis Anfang 2006 im Einsatz bleiben könnte. Das FTZ Minden hat die 103 001 äußerlich annähernd dem Auslieferungszustand hergerichtet. Sie ist seit Mai 1998 als Museumslok betriebsfähig für 200 km/h zugelassen.
Seit Ende September 1998 werden nur noch 30 Lokomotiven planmäßig eingesetzt. Ende 1998 wurde beschlossen, an 60 Maschinen – vornehmlich die 5. Bauserie – Bedarfsausbesserungen vorzunehmen und sie bis 2005 einzusetzen. 103 233 erhielt im Juli 2000 ein neues Farbkleid in Verkehrsrot – gesponsort vom Modellbahnhersteller ROCO. Im August 2000 zählten nur noch 79 Loks zum Betriebsbestand, wovon viele z-gestellt waren. Ebenfalls im August wurde verfügt, dass die Maschinen bereits bei kleinsten Störungen oder Schäden abzustellen sind. Im Oktober 2000 wurden 103 108, 129, 175, 179, 180, und 231 ausgemustert. Zum 1. November 2000 wurden 27 103er im »Auslauf-Bh« Frankfurt/M 1 stationiert. In Hamburg verblieben nur 103 182, 185, 188, 195, 212 und 228. Nachdem im Herbst 2000 einige Ausfälle innerhalb der Baureihen 101, 1121 und 120 zu verzeichnen waren, wurden die 103 wieder verstärkt eingesetzt. Anfang Dezember 2000 wurden auch wieder Fristarbeiten genehmigt und Reparaturen ausgeführt. Im März 2001 waren noch 51 Maschinen vorhanden. Für Mai 2001 sind 103 121, 154, 169 und 191 zur Ausbesserung vorgesehen.
Ab Fahrplanwechsel 10.06.2001 existierte kein Umlaufplan mehr. Die Loks waren in ganz Deutschland verteilt als Reserveloks abgestellt. Die verbliebenen 103 sollten nur noch im Sonderverkehr eingesetzt mit dem Ziel, bis Ende August nur noch 30, und bis Ende 2001 nur noch 15 Maschinen im Einsatz zu haben – so jedenfalls die damalige Planung ...
Bereits Ende Juni 2001 wurde ein Teil der nun auf 43 Lokomotiven reduzierten Baureihe im Ersatzverkehr für ausfallende Lokomotiven eingesetzt. 103 109 – 1970 als erste 103¹ in Dienst gestellt – wurde verschrottet. Das Eisenbahmuseum Chemnitz hatte sich vergeblich um eine Übernahme bemüht. Dagegen konnte 103 101 vom Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein übernommen werden. Wegen hohen Schadbestands bei Lokomotiven der BR 101 / 120 wurde am 05.08.2001 wieder ein Umlaufplan erstellt (!), der bis zum 29.9.2001 galt. Ab 30.09.2001 fuhren die 103 nach einem neuen, erweiterten Umlaufplan, der bis Dezember 2001 galt.



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