Konstruktion der Baureihe 171 – ehem. 251 DR
Elektrolokomotiven für 50 Hz-Einphasenwechselstrom

Der Oberrahmen und der Lokkasten samt Führerständen sind als eine Schweißkonstruktion ausgeführt. Der Rahmen ist aus zwei durchgehenden U-förmigen Längsträgern gefertigt, die den Transformator- und die Drehzapfenträger aufnehmen, sowie durch mehrere Hilfsträger für die größeren Geräte verbunden sind. Die stirnseitigen Querträger sind herabgezogen und nehmen die Zug- und Stoßeinrichtungen, sowie den Schneepflug auf. Diese Träger sind oben durch ein 4 mm dickes Trittblech abgedeckt.
Die Seitenwände des Maschinenraumes bestehen aus einem Abkantprofilgerippe, das mittels Punktschweißung mit Blech verkleidet ist. Sie nehmen die jeweils acht auf einer Seite mit Gummirahmen eingesetzten Lüftergitter und ein Maschinenraumfenster auf. Die Dachkonstruktion des Maschinenraumes ist dreigeteilt.

Die Lokomotive stüzt sich mit jeweils vier Federn auf den beiden sechsachsigen Drehgestellen ab. Die Radsätze mit 1.350 mm Laufkreisdurchmesse werden mit Blattfedern und Gummielementen abgefedert. Als Antrieb dient ein fremdbelüfteter Tatzlagerantrieb mit schrägverzahnten Zahnrädern, der beidseitig auf die Achsen wirkt. Die elektrische Ausrüstung der Lokomotiven besteht aus zwei herkömlichen Scherenstromabnehmern, dem Druckluftschnellschalter, Durchführungsstromwandler zum Haupttransformator (Öltransformator mit Zwangsölumlauf und Fremdbelüftung) und einem Hochspannungsschaltwerk, welches 34 Dauerfahrstufen mit drei Lastschaltern besitzt. Über zwei Silizium-Gleichrichter werden die sechs Fahrmotoren mit Strom versorgt.

Die Höchstgeschwindigkeit der Lokomotiven wurde auf 80 km/h festgesetzt. Zur Ausnutzung der zulässigen Radsatzlast von 21 t kamen 6 t Ballast zum Einbau. Für diesen Steilstreckeneinsatz bekamen die Triebfahrzeuge eine 800 kW fremderregte Gleichstrom-Widerstandsbremse eingebaut, die zum Abbremsen des Lokgewichtes und etwa 100 t Anhängelast im Gefälle von 63 ‰ mit ca. 25 km/ gerade ausreicht.
Für den Schiebe- und Rangierdienst erhielten die Lokomotiven eine UKW-Funkausrüstung. Eine Sicherheitsfahrschaltung war nicht vorgesehen, da die Lokomotiven immer mit zwei Mann Personal besetzt werden sollten.

Die Lokkästen wurden zunächst in grün lackiert mit umlaufenden hellgrünem Streifen, welche später durch das neue Farbschema der DR im bordeauxrot umgewandelt wurden mit wiederum umlaufenden, aber diesmal mit zunächst breiteren weißen, dann wieder schmalen Streifen. Der Rahmen sowie das Fahrwerk wurden in schwarz gehalten und das Dach erhielt einen grauen Farbanstrich.
















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