Beschreibung der Baureihe 101 – Deutsche Bahn AG
Drehstromlokomotiven für den Hochgeschwindigkeitsverkehr


Der feierlich inszenierte Roll-Out der 101 001-6 im ADtranz-Werk Kassel stellte am 1. Juli 1996 den Startschuß für die grundlegende Erneuerung des ziemlich überalterten Lokomotivparks der Deutschen BAhn dar. Zwar gingen zwischen 1987 und 1989 die 60 drehstromangetriebenen Universallokomotiven der Baureihe 120 in Betrieb, doch reichte der Bestand bei weitem nicht aus, um die rund 140 mittlerweile recht verschlissenen und einstigen Paradeloks der Baureihe 103 aus den Jahren 1970 bis 1973 zu ersetzen.

Im Anschluß der Ablieferung der Baureihe 120.1 begann die Weiterentwicklung, um die Nachfolgebaureihe 121 auf die Beine bzw. Räder zu stellen. Die Baureihe 121 sollte mit ihren Erfahrungen aus der spanischen AVE S-252 und dem EuroSrinter wieder als Universalokomotive für alle Zuggatungen der DB , vom schnellen InterCity bis zum schnellen, aber auch schweren InterCargoExpress eingesetzt werden. Sie sollte in einer Stückzahl von über 500 Stück gebaut werden, um auch die ebenfalls recht betagten Baureihen 110, 140 und 150 ersetzen zu können.
Als Erprobungsträger wurden die Vorserien-Lokomotiven der baureihe 120.0 herangezogen. In und an ihnen wurden zahlreiche zum Teil bahnbrechende Komponenten und Entwicklungen (z.B. scheibengebremste Radsätze) erprobt und entwickelt.

Durch die Aufteilung des Triebfahrzeugparks auf die verschiedenen Geschäftsbereiche für den Fern- , Nah- und Güterverkehr, machte die Weiterentwicklung einer Universallokomotibe wieder zunichte. Im Oktober 1992 wurde die Ausschreibung der Baureihe 121 von der DB wieder zurückgenommen.

Die weiteren Entwicklungen mit den Vorserien-120, dem EuroSprinter und der der 12X (Baureihen 127 und 128), die die Industrie auf eigene Rechnung betrieben, zeichneten sich durch neuartige, modulare Baugruppen und Bauweisen aus, die es erlaubten, gleiche Baugruppen und -teile untereinander zu variieren. Somit war es möglich, dem vom Kunden gewünschte Größen- und Leistungsklassen sowohl Lokomotiven wie auch Triebköpfe für unterschiedliche Stromsysteme anzubieten, ohne jeweils neue Fahrzeugentwicklungen durchführen zu müssen. Dies sparte Zeit und natürlich auch Geld. Damit wurde dem starken Konkurrenzkampf in der Bahnindutrie Rechnung getragen und man konnte jetzt Lokomotiven von der »Stange« kaufen. Es bestand sogar die Möglichkeit zwischen dem Betrieb als E-Lok oder als dieselelektrische Lokomotive zu wählen.

ABB Henschel stellte im September 1994 mit den Lokomotiven 120 004 und 005 entwickeltes und seit 1992 erprobtes das Konzept »Eco 2000« vor. Wesentliche Neuerungen waren der Wegfall von Relaistechnik, Einsatz von sog. Flexifloat-Drehgestellen mit integriertem Antrieb undEinzelradsatzsteuerung, einem kabelsparenden »integrierten Fahrzeugbus«
im Informationsweg der Leittechnik des ABB-Systems MICAS-S zur Fahrzeugsteuerung und -diagnose und Flexibilität von Fahrzeugkomponeneten.

Im Jahre 1994 orderte die DB für den neu geschaffenen Geschäftsbereich Fernverkehr (später DB Reise und Touristik AG)
bei ABB-Henschel 145 Lokomotiven der Baureihe 101. Damit sollte die gesamte Flotte der Baurehe 103 abgelöst werden. Die ersten Exemplare erschienen 1996 und gingen sofort in die Erprobungs- und Zulassungsphase. Der Beschaffungszeitraum erstreckte sich bis 1999. Durch zahlreiche sog. Kinderkrankheiten ist es immer noch nicht gelungen, sehr zur Freude der zahlreichen Hobby-Fotografen und Eisenbahnfreunden, die einstige Paradelok der Baureihe 103 komplett abzulösen.




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